Welcher Nachtarbeitszuschlag ist zu zahlen, wenn weder Tarifvertrag, noch Arbeitsvertrag eine Regelung hierfür enthalten? Das Bundesarbeitsgericht hat mit Urteil vom 09.12.2015 – Aktenzeichen: 10 AZR 423/14 einen 30%igen Zuschlag für angemessen erachtet.

Dabei kommt es darauf an, wie die Arbeitsbelastung bei der Nachtarbeit ist. Wird, wie in dem zu beurteilenden Fall, die Arbeit überwiegend in der Nachtzeit geleistet und ist die Arbeitsintensität sehr hoch, dann soll ein 30%iger Nachtzuschlag auf den Brutto-Stundenlohn angemessen sein. Anders ist es allerdings, wenn in der Nachtzeit eine g13ringere Arbeitsbelastung gegeben ist, etwa bei Bereitschaften oder deutlich geringerem Arbeitsanfall.

Fazit: Bei Mitarbeitern, die überwiegend in der Nacht arbeiten und keine Regelung im Tarifvertrag oder im Arbeitsvertrag über die Höhe der Nachtarbeitszuschläge haben, sollte der abgerechnete Nachtzuschlagserhöhung einmal auf ihre Angemessenheit hin überprüft werden.

Sönke Höft
Fachanwalt für Arbeitsrecht

Korrespondierende Entscheidung: BAG 09.12.2015, 10 AZR 423/14
gesetzliche Grundlage: § § 6 ff. ArbZG