Rechtsanwalt Sönke Höft

Rechtsanwalt Sönke Höft

Mit einer solchen Erklärung entfällt die Fiktion des AÜG, dass bei Überschreitung der Höchstüberlassungsdauer das Arbeitsverhältnis zwischen dem Entleiher und dem Leiharbeitnehmer bestehen soll, auch wenn diese tatsächlich gar keinen Vertrag geschlossen haben.

Aber Achtung: Wird das Arbeitsverhältnis nach Überschreiben der Höchstüberlassungsdauer trotzdem mit dem Entleiher fortgesetzt, so entfällt die Fiktionswirkung nicht. Es sollte keine Umgehungsmöglichkeit geschaffen werden. Mit diesem Widerspruchsrecht wird dem Grundrecht aus Artikel 12 Abs. 1 GG Rechnung getragen. Denn bei Fehlern bei der Arbeitnehmerüberlassung, welche nicht in der Sphäre des Leiharbeitnehmers liegen, war die Fiktion des Vertragsübergangs ein zu hartes Schwert. Dem ist mit der Festhaltenserklärung (Widerspruchslösung) Rechnung getragen worden, ohne eine Umgehungsmöglichkeit zu eröffnen.

Sönke Höft
Fachanwalt für Arbeitsrecht