Rechtsanwalt Sönke Höft

Rechtsanwalt Sönke Höft

Auch bei pauschaler Besteuerung des Dienstwagens nach der 1%-Regelung sind eigene Aufwendungen des Arbeitnehmers steuerlich zu berücksichtigen.
Bisher waren eigene Aufwendungen des Arbeitnehmers steuerlich nicht zu berücksichtigen, wenn die Überlassung des Dienstwagens nach der 1%-Regelung pauschal versteuert wurde. Das ist seit einem Urteil des  BFH vom 23.11.2016 anders. In dem zugrundeliegenden Fall hatten sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer die Kosten für den Dienstwagen geteilt. Das Fahrzeug durfte für private Zwecke verwendet werden. Der Arbeitnehmer bezahlte die Kraftstoffkosten. Der Arbeitgeber trug die übrigen Fahrzeugkosten. Der geldwerte Vorteil wurde nach der 1%-Regelung berechnet.

Nunmehr kann der Arbeitnehmer die Kraftstoffkosten als Werbungskosten bei den Einkünften aus nicht selbstständiger Arbeit steuerlich berücksichtigen.

Nach der neueren Rechtsprechung sind auch die individuellen Kosten des Arbeitnehmers bei Anwendung der 1%-Regelung zu berücksichtigen. Der geldwerte Vorteil, den der Arbeitnehmer genießt, ist nämlich durch diese eigenen Aufwendungen geschmälert.
Dies bringt mehr Flexibilität in die Möglichkeiten, Arbeitnehmern einen Firmenwagen zu überlassen.

Sönke Höft
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Fachanwalt für Steuerrecht

Korrespondierende Entscheidung: BFH, Urteil v. 23.11.2016, Az X R 13/14