Rechtsanwalt Alexander Tribess

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Für zielgruppenorientierte Werbemaßnahmen stellt Facebook Unternehmen Tools unter der Bezeichnung „Facebook Custom Audience“ zur Verfügung. Im Wesentlichen gibt es dabei zwei Verfahren: das Unternehmen übermittelt eine pseudonymisierte Kundenliste an Facebook, oder das Unternehmen bindet auf seiner Webseite ein unsichtbares Facebook-Pixel ein. Beide Verfahren hat das Bayerische Landesamt für Datenschutzaufsicht (BayLDA) geprüft. Ihr Einsatz ist, so das Ergebnis der Kontrolle, nur mit einer Einwilligung der betroffenen Nutzer zulässig.

Teil II: Facebook Custom Audience mittels Pixel-Verfahren

Beim Einsatz von „Facebook Custom Audience mittels Pixel-Verfahren“ wird auf der Webseite des werbenden Unternehmens ein unsichtbares Facebook-Pixel integriert. Sinnvoll ist dies insbesondere in Webshops. Das Facebook-Pixel übermittelt wiederum Namen und weitere personenbezogene Daten der Nutzer und trackt außerdem die Aktionen sämtlicher Webseiten-Benutzer: Es schreibt also mit, welcher Nutzer sich für welche Produkte interessiert, welche Produkte er kauft und welche Produkte er womöglich zunächst in den Warenkorb legt, ohne dann aber den Bestellvorgang abzuschließen. Insbesondere im letztgenannten Fall kann Facebook dann einem registrierten Facebook-Nutzer gezielt Werbeanzeigen zu dem nicht gekauften Produkt zuspielen. So soll das Interesse an dem Produkt wachgehalten und der Nutzer dazu animiert werden, den Kauf doch noch vorzunehmen.

Den Einsatz dieses Verfahrens hält das BayLDA nur unter der Voraussetzung für zulässig, dass sämtliche Besucher der Webseite vorab über „Facebook Custom Audience mittels Pixel-Verfahren“ informiert werden. Die Informationspflichten im Vorfeld der Einwilligung sind umfangreich und müssen insbesondere eine Aufklärung darüber beinhalten, wie weitreichend die Profilbildung über „Facebook Custom Audience“ möglicherweise ausfallen kann.

Den Nutzern müssen überdies wirksame Opt-Out-Möglichkeiten angeboten werden, die ein Tracking über „Facebook Custom Audience“ ausschließen. Das bedeutet, dass im Falle des Opt-Out jegliche Datenübermittlung an Facebook unterbleiben bzw. gestoppt werden muss. Das Opt-Out muss also möglich sein, bevor das Tracking mittels „Facebook Custom Audience“ überhaupt begonnen hat.

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