Rechtsanwalt Alexander Tribess

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Werbung mit Testergebnissen hat längst den Charakter eines Dauerbrenners bei den Gerichten. Dass dabei nicht notwendig nur das Hervorheben besonders guter Testergebnisse rechtliche Probleme machen kann, sondern auch die Veröffentlichung schlechter Bewertungen, zeigt eine Entscheidung des LG Frankfurt am Main (LG Frankfurt am Main, Urteil vom 14.06.2017 – 2-03 O 36/17).

Im konkreten Fall ging es um eine Werbekampagne eines Matratzenhändlers. Dieser hatte in der Werbung diverse Angaben aus einem Testurteil übernommen, darunter auch schlechte Bewertungen in Einzelkategorien. Er hatte allerdings nicht das Gesamtergebnis des seinerzeit veröffentlichten Tests mitgeteilt. Hiergegen wandten sich eine ganze Reihe von Verbraucherverbänden, die hierin eine Irreführung der Verbraucher sahen.

Der Händler verteidigte sich damit, dass es sich gar nicht um eine Werbung mit Testergebnissen im klassischen Sinne handeln würde. Denn Hintergrund der Kampagne sei es zu zeigen, welche Verbesserungen in den überarbeiteten Produkten gegenüber dem getesteten Modell vorgenommen worden seien. Deswegen sei es ausreichend, die – im Übrigen unbestritten korrekten – Einzelbewertungen, nicht aber das Gesamtergebnis in der Anzeige zu nennen.

Das Landgericht folgt dieser Auffassung nicht. Die Verbraucher würden durch die Angabe lediglich der Einzelergebnisse unter Auslassung des Gesamtergebnisses in die Irre geführt. Denn so entgehe ihnen die Informationen, welche Gewichtung die einzelnen Bestandteile im Rahmen der Gesamtbewertung gehabt hätten und wie insbesondere die teils sehr schlechten Bewertungen das Gesamtergebnis negativ beeinflusst hätten.

Hintergrund hierfür ist, dass z.B. die Stiftung Warentest ein Produkt schon dann im Gesamtergebnis schlecht bewertet, wenn es in nur einer relevanten Kategorie die Einzelbewertung „mangelhaft“ erhält. Dies gilt dann unabhängig von den übrigen, unter Umständen guten Teilbewertungen.

Das Urteil des im Wettbewerbsrecht häufig angerufenen LG Frankfurt am Main zeigt, dass bei der Gestaltung von Werbung unter Verwendung von Testergebnissen allerhöchste Vorsicht geboten ist. Testergebnisse dürfen keinesfalls „frisiert“ werden, will man dem Irreführungsvorwurf entgehen. Auch bei der Gestaltung solcher Werbeanzeigen sind viele Dinge zu beachten.

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