Bei den vielen Fehlerbegriffen, die im Rechtsverkehr, insbesondere in dem ProdHaftG und dem GPSG auftreten, hat der Fabrikationsfehler eine immer größere Bedeutung. Die Hersteller betreiben großen Aufwand, um Fabrikationsfehler zu vermeiden. Ein Fabrikationsfehler ist ein Produktfehler, der eine vertragliche oder deliktische Produkthaftung des Herstellers begründet.

Nicht bei der Konstruktion des Produktes, sondern erst bei der Fertigung des Produkts wird der Fabrikationsfehler gemacht. Deshalb entsteht der Fabrikationsfehler im Unterschied zum Konstruktionsfehler nur bei dem einzelnen Produkt und nicht bei der gesamten Produktserie.

So genannte „Ausreißer“ sind bei einer Fabrikation unvermeidbar und führen nicht automatisch zu einer deliktsrechtlichen Haftung des Herstellers. Der Hersteller muss allerdings dafür sorgen, dass der Produktionsprozess keinen Fertigungsfehler hat, welcher die Sicherheit des Produktes beeinträchtigt. Der Hersteller selbst ist dafür verantwortlich, dass das von ihm ausgewählte Fertigungsverfahren auf Fehlerfreiheit zielt. Wenn die Fehlerfreiheit aus technologischen Gründen oder wegen möglichem menschlichen Versagens nicht ausgeschlossen werden kann, muss eine Fertigungskontrolle geschehen.

Schon das Material und die Produkte, die für die Verarbeitung verwendet werden, sind auf Mängel zu untersuchen, um die Fehlerfreiheit des Produktes zu erreichen. Die gesamte Fabrikationsverantwortung für das Endprodukt liegt alleine bei dem Hersteller.

Verschiedene Maßnahmen sind üblich, um Fabrikationsfehler zu vermeiden. Zum Beispiel:

  • Schulung des Personals auf Produktionsverfahren, Qualtiätssicherung, Produkteigenschaften und Ziele
  • Qualitätssicherungssysteme, die auf die Fertigung und auf das Produkt abgestimmt sind
  • Qualitätssicherungsvereinbarungen mit den Zulieferern

Dem Hersteller eines Produktes wird nicht im Einzelnen vorgeschrieben, was zu tun ist, um Fehler bei der Herstellung zu verhindern. Es wird von dem Hersteller erwartet, seine Verfahren und Kontrollen zweckdienlich und zielorientiert auszuwählen, um Gefahren durch Fabrikationsfehler zu verhindern.

Sönke Höft