Ist ein Arbeitnehmer arbeitsunfähig erkrankt, muss er seinen Arbeitgeber darüber informieren. Der Arbeitnehmer kann dies durch Freunde, Bekannte oder Familienmitglieder erledigen. Er trägt allerdings selbst das Risiko dafür, dass seine Nachricht bei dem Arbeitgeber auch ankommt. Verletzt der Arbeitnehmer diese Anzeigepflicht aus § 5 Abs. 1 Satz 1 EFZG, kann der Arbeitgeber wegen Verletzung der Anzeigepflicht eine Abmahnung aussprechen und im Wiederholungsfall auch verhaltensbedingt kündigen.

Wenn der Arbeitnehmer länger arbeitsunfähig krank ist (länger als 3 Tage), muss er dem Arbeitgeber nachweisen, dass er arbeitsunfähig ist. Das geschieht im Regelfall durch ein ärztliches Attest. Hat der Arbeitgeber Zweifel an der Arbeitsunfähigkeit, so kann er eine gutachterliche Stellungnahme des medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK) einholen lassen (§ 275 Abs.  1 Nr. 3b SGB 5). Dem MDK müssen die Zweifel an der Arbeitsunfähigkeit konkret dargelegt werden. Dann wird er das Gutachten erstellen.

Sönke Höft