Wofür haftet der Geschäftsführer einer GmbH in der Krise?

In der Krise oder bei einer drohenden Krise müssen die Geschäftsführer wachsam werden. Sie haben erhöhte Prüfungspflichten, um den Kapitalerhaltungsvorschriften und den insolvenzrechtlichen Anforderungen zu genügen. Dies ist grundsätzlich schwierig, denn die Geschäftsführer kümmern sich gewöhnlich um das Kerngeschäft. Nach einem Urteil des OLG Schleswig-Holstein muss sich der Geschäftsführer jedoch die nötigen steuerrechtlichen und handelsrechtlichen Kenntnisse verschaffen, um das Amt auszuführen. Ist er zu dieser steuerlichen und rechtlichen Einschätzung selbst nicht in der Lage, so muss er sich hierzu Rat holen.

So kommt es immer wieder vor, dass der Geschäftsführer wegen masseschmälernden Zahlungen oder wegen Zahlungen an Gesellschafter in der Krise persönlich haftet.

Darüber hinaus haftet er auch für nicht abgeführte Arbeitnehmerbeiträge zur Sozialversicherung. Diese hat der Geschäftsführer bei Insolvenzreife nämlich grundsätzlich vorrangig vor anderen Gläubigerforderungen zu befriedigen. Unterlässt er dies, kann der Sozialversicherungsträger den Geschäftsführer in Regress nehmen.

Schließlich haftet der Geschäftsführer gem. § 64 GmbHG für alle Zahlungen, die er nach Eintritt der Insolvenzreife noch ausführen lässt persönlich.

Sönke Höft

Zitierte Paragraphen: § 64 GmbHG

§ 64 GmbHG – Haftung für Zahlungen nach Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung

Die Geschäftsführer sind der Gesellschaft zum Ersatz von Zahlungen verpflichtet, die nach Eintritt der Zahlungsunfähigkeit der Gesellschaft oder nach Feststellung ihrer Überschuldung geleistet werden. Dies gilt nicht von Zahlungen, die auch nach diesem Zeitpunkt mit der Sorgfalt eines ordentlichen Geschäftsmanns vereinbar sind. Die gleiche Verpflichtung trifft die Geschäftsführer für Zahlungen an Gesellschafter, soweit diese zur Zahlungsunfähigkeit der Gesellschaft führen mussten, es sei denn, dies war auch bei Beachtung der in Satz 2 bezeichneten Sorgfalt nicht erkennbar. Auf den Ersatzanspruch finden die Bestimmungen in § 43 Abs. 3 und 4 entsprechende Anwendung.