Die Geschäftsanteile einer GmbH sind gemäß § 15 Abs. 1 GmbHG grundsätzlich vererblich. Die Vererblichkeit kann durch den Gesellschaftsvertrag/die Satzung nicht eingeschränkt oder ausgeschlossen werden.

Folglich gehen die Geschäftsanteile mit dem Tod des Gesellschafters auf dessen Erben über. Die Erben können ihre Haftung auf den Nachlass beschränken, wie dies nach den allgemeinen zivilrechtlichen Regelungen üblich ist. Erbt eine Erbengemeinschaft, so werden alle Erben der Erbengemeinschaft Inhaber des Geschäftsanteils zur gesamten Hand.

Das ist gerade in personengeprägten Gesellschaften oder Familiengesellschaften nicht gewollt. Hier ist häufig gewünscht, dass beim Tod des Gesellschafters eine konkrete Nachfolge eintritt. Solche Nachfolgeklauseln kann man in GmbH-Satzungen nicht regeln.

Die Lösung:

  1. Testament: Der Gesellschafter sollte ein klar formuliertes Testament verfassen, in welchem die Nachfolge hinsichtlich des Geschäftsanteils geregelt ist. Auch alle anderen auf den Tod gerichteten Verfügungen, wie z. B. Erbverträge sind natürlich möglich.
  2. Behaltensregel: Da die Erben den Geschäftsanteil so erhalten, wie er bestand, müssen sie alle Regelungen aus der Satzung gegen sich gelten lassen. Auch wenn die Vererbung des Geschäftsanteils in der Satzung nicht beschränkt werden kann, kann die Satzung aber regeln, ob die Erben den Geschäftsanteil nach dem Erbgang auch behalten dürfen. Die Satzung kann also bestimmen, dass der geerbte Geschäftsanteile an die Gesellschafter oder an die Gesellschaft abzutreten ist. Die Satzung kann auch regeln, dass der geerbte Geschäftsanteil der Einziehung unterliegt. In diesem Zuge kann auch geregelt werden, dass bestimmte Qualifikationen vorliegen müssen, damit die Erben den Erbteil behalten dürfen und nicht abtreten müssen. Somit ist den gesetzlichen Regelungen der freien Vererblichkeit des Geschäftsanteils genüge getan. Die Regelung in der Satzung greift mithin erst auf der zweiten Stufe nach dem Erbgang.

Beispiele für Regelungen in der Satzung:

  1. Keine gesonderte Regelung in der Satzung. Dann wird die Gesellschaft mit den Erben des Gesellschafters fortgesetzt.
  2. Nur bestimmte Personen sind nachfolgeberechtigt und dürfen den Geschäftsanteil nach dem Erbgang behalten. Als Regelungsbeispiel kommt hier z. B. eine abgeschlossene Berufsausbildung oder ein abgeschlossenes Studium in einem bestimmten Bereich in Frage. In diesem Zuge kann auch geregelt werden, dass die Einziehung zu dulden ist, wenn sich eine Erbengemeinschaft nicht innerhalb einer bestimmten Frist auseinandersetzt und die geerbten Geschäftsteil auf einen Miterben überträgt.
  3. Die Satzung kann neue Gesellschafter verhindern, indem den verbleibenden Gesellschaftern die Möglichkeit gegeben wird, die Einziehung oder die Abtretung des Geschäftsanteils zu beschließen. Damit kann verhindert werden, dass neue Gesellschafter aufgrund eines Erbganges auf Dauer in der Gesellschaft verbleiben.
  4. Sofern ein Einziehen oder Abtreten des geerbten Geschäftsanteils in der Satzung geregelt ist, sollte auch eine ganz klare Regelung über die Zahlung der Abfindung in der Satzung stehen. Denn spätestens an dieser Stelle könnten alle Beteiligten sich sonst sehr streiten. Auf die Formulierung der Abfindungsregelungen ist ein besonderes Augenmerk zu legen.

Sönke Höft