Eine Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) oder UG (haftungsbeschränkt) kann Verwalter einer Wohnungseigentümergemeinschaft nach dem WEG sein. Das hat der BGH im Juni 2012 entschieden.

Bei der Auswahl des Verwalters ist der Maßstab einer ordnungsgemäßen Verwaltung zugrundezulegen. Die Wohnungseigentümer haben nicht nur Anspruch darauf, dass die Tätigkeit des Verwalters den Grundsätzen einer ordnungsgemäßen Verwaltung entsprechen. Die Wohnungseigentümer haben auch Anspruch darauf, dass der Verwalter selbst diese Anforderungen erfüllt.

Selbst wenn es zunächst Zweifel an der geeignetheit der UG 8haftungsbeschränkt) gibt, haben die Wohnungseigentümer einen gewissen Beurteilungsspielraum bei ihrer Entscheidung darüber, ob der Verwalter sein Amt ordnungsgemäß erfüllen wird und kann.

Die Rechtsform ist hier als Kriterium nicht maßgeblich. Insbesondere die UG (haftungsbeschränkt) hat zwar zunächst den Makel des geringen Stammkapitals. Möglicherweise kann man daraus auch schließen, dass sie keine ausreichende Bonität habe. Das Stammkapital allein ist hierfür aber nicht maßgebend. Die UG (haftungsbeschränkt) kann sich auch anders die notwendige Bonität beschaffen. Zum Beispiel, indem sie sich Kredite beschafft oder Sicherheiten, wie Bürgschaften der Gesellschafter, erhält. Auch der Abschluss einer Versicherung für mögliche Risiken kommt hier meines Erachtens in Betracht.

Fazit:

Die Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) oder UG (haftungsbeschränkt) ist nach dieser Entscheidung in ihrer Existenzberechtigung gestärkt. Es ist nicht immer notwendig, ein Stammkapital in Höhe von 25.000,00 € vorzuhalten. Für gewisse Aufgaben reicht es auch aus, lediglich ein auf die bestimmte Aufgabe zugeschnittenes Kapital und Bonität aufzubringen. Somit ist die UG  (haftungsbeschränkt) flexibel und tauglich für die Praxis.

Sönke Höft

Korrespondierende Entscheidung: BGH, Urteil vom 22.06.2012, Aktenzeichen V ZR 190/11