Nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens bleibt der Geschäftsführer verantwortlich! Die Verantwortung des Geschäftsführers wird nur insoweit durch die Befugnisse des Insolvenzverwalters verdrängt, wie sie die Verwaltung und Verwertung der Insolvenzmasse betreffen. Andere Verpflichtungen muss der Geschäftsführer also noch erfüllen.

Das hat das Kammergericht Berlin einem Geschäftsführer ins Urteil geschrieben, der meinte, dem Registergericht keine aktuelle inländische Geschäftsanschrift mitteilen zu müssen. Das Registergericht hatte ihn dazu aufgefordert und ein Ordnungsgeld verhängt. Dagegen hat der Geschäftsführer sich vergeblich zu verteidigen versucht.

Fazit:

Mit Eröffnung des Insolvenzverfahrens wird nur die Gesellschaft aufgelöst. Es wird allerdings kein Liquidator eingesetzt, daher wird das Amt des Geschäftsführers weder durch einen anderen ersetzt, noch erlischt es. Der Geschäftsführer hat Verwaltungs- und Vertretungsbefugnisse neben dem Insolvenzverwalter. Sie betreffen die Dinge, welche für die Verwaltung und für die Verwertung der Insolvenzmasse nicht erforderlich sind.

Sönke Höft

Korrespondierendes Urteil: KG Berlin, Beschluss vom 26.04.2012, Aktenzeichen: 25 W 103/11