Eine GmbH kann eine Adresse mit dem Zusatz “c/o” als Geschäftsanschrift angeben.

Jede GmbH und UG braucht ein Adresse, die als Geschäftsanschrift veröffentlicht wird. Als Adresse ist gemäß § 8 Abs. 4 Nr. 1 GmbH-Gesetz, § 31 HGB die jeweilige Geschäftsanschrift als inländische Geschäftsanschrift anzugeben und auch zum Handelsregister anzumelden. Diskutiert wird, ob der Zusatz “c/o”, der bedeuten soll “care of” oder “zu Händen” als  Adresse für eine GmbH ausreichend und zulässig ist. Denn gewöhnlich wird bei Verwendung dieses Zusatzes nur pro forma eine Adresse verwendet und kein eigenes Geschäftslokal unterhalten. Darauf kommt es aber nach dem Wortlaut des Gesetzes gar nicht an. Denn maßgebend für die Zulässigkeit der angegebenen Adresse ist, dass die GmbH unter dieser Adresse Zustellungen entgegen nehmen kann.

In einem jüngst von dem OLG Hamm entschiedenen vergleichbaren Fall ging das Gericht davon aus, dass Zustellungen entgegen genommen werden können, da die von der GmbH angegebene Adresse mit c/o gleichzeitig die Anschrift des Zustellungsbevollmächtigten der GmbH war. Somit meinte das Gericht, dass die Adresse mit dem c/o-Zusatz in das Handelsregister eingetragen werden kann.

Anders, als bei der Anmeldung eines Gewerbes nach der Gewerbeordnung, die auf eine feste Geschäftseinrichtung, also Geschäftsräume abzielt, kommt es bei der Geschäftsanschrift für das Handelsregister gerade nicht auf die Geschäftsräume an, sondern auf die Möglichkeit der Zustellung. Somit sollte es ausreichend sein, wenn die c/o-Anschrift, welche angegeben wird, zum Beispiel die Wohnanschrift des Geschäftsführers ist. Das gilt m.E. auch dann, wenn die GmbH im Wohnhaus des Geschäftsführers keine eigenen Geschäftsräume unterhält.

Fazit:

Maßgebendes Kriterium für die Zulässigkeit einer inländischen Geschäftsanschrift ist die realistische Möglichkeiten der Zustellung an diese Adresse.

Sönke Höft

Korrespondierendes Urteil: OLG Hamm, 07.05.2015, AZ: I-27 W 51/15