Rechtsanwalt Sönke Höft

Rechtsanwalt Sönke Höft

Raucherpausen geben immer wieder Anlass zur Diskussion. Häufig fühlen sich die Nichtraucher benachteiligt, weil sie sich nicht so viele Pausen “nehmen” und deshalb gefühlt länger arbeiten als ihre ständig an der frischen Luft stehenden rauchenden Kollegen.

Was eine Raucherpause ist steht nicht im Gesetz. Es ist wohl die Unterbrechung der Arbeitszeit um zu rauchen.

Wie mit Raucherpausen umzugehen ist, kann in einem Arbeitsvertrag, in einem Tarifvertrag oder in einer Betriebsvereinbarung geregelt werden. Da Raucherpausen nicht angeordnet werden, handelt es sich bei ihnen um eine eigenmächtige Unterbrechung der Arbeit. Wenn man die Arbeit unterbricht, um etwas anderes zu tun, ist dies nicht vergütungspflichtig. Man verdient also kein Geld.

Entsprechend müssen die Kollegen, die zum Rauchen nach draußen gehen die Zeit eigentlich “nacharbeiten”.

Frage: Was ist, wenn es in dem Betrieb schon seit Jahren so gehandabt wurde, dass Raucher “frei” nehmen zum rauchen? Antwort: Darauf kommt es nicht an. Denn selbst wenn in der Vergangenheit Raucherpausen geduldet und bezahlt wurden, kann der Arbeitgeber diese Praxis jederzeit beenden. Ein Anspruch aus betrieblicher Übung besteht nicht. (vgl. LAG Nürnberg, 05.08.2015, Az: 2 Sa 132/15)

Allerdings muss der Arbeitgeber anordnen, dass er künftig mit Raucherpausen anders verfahren wird. (Siehe dazu diesen Artikel: Raucherpausen verbieten)

Fazit: Bezahlte Raucherpausen sind so lange zulässig und für die Raucher angenehm, bis der Arbeitgeber sie verbietet.

Sönke Höft
Fachanwalt für Arbeitsrecht