Allein die Veränderung der Arbeitszeit im laufenden Kalenderjahr hat keine Auswirkung auf den Urlaubsanspruch. Für den Urlaubsanspruch kommt es nämlich auf die Arbeitstage an. Also ändert sich der Urlaubsanspruch bei Veränderung der Arbeitszeit nur dann, wenn auch die Arbeitstage sich ändern.
Wird während des Jahres von 4 Arbeitstagen auf 5 Arbeitstage umgestellt, kommt es für die Berechnung des Urlaubs darauf an, wann der Urlaub gewährt wird. Es ist nicht zulässig, bei der Berechnung des Urlaubs Zeitabschnitte zu berechnen und damit mehrere Teilurlaube zu einem Gesamtjahresurlaub zusammenzurechnen. Nach einem solchen Wechsel ist also wie folgt zu berechnen:

  1. Wie viele Urlaubstage wurden vor Änderung der Anzahl der Arbeitstage bereits genommen?
  2. Der so ermittelte nicht genommene Urlaub wird mit den neu vereinbarten Arbeitstagen multipliziert. Das ganz wird durch die Anzahl der alten Arbeitstage dividiert.
  3. Der ergibt folgende Formel: nicht genommene Urlaubstage x Wochenarbeitstage neu / Wochen Arbeitstage alt = verbleibender Urlaubsanspruch für das Kalenderjahr.

Gemäß § 5 Abs. 2 BUrlG sind Bruchteile von Urlaubstagen, die mindestens einen halben Tag ergeben, auf volle Urlaubstage aufzurunden.

Tipp: Das BUrlG kennt nur diese Aufrundungsregel. Eine Abrundungsregelung sieht das BUrlG nicht vor. Anteilige Urlaubsansprüche bis 0,49 Tage verfallen nicht. Sie sind zu gewähren!

Sönke Höft
Fachanwalt für Arbeitsrecht

korrespondierende Entscheidung: BAG Urteil vom 14.03.2017, Az 9 AZR7/16

§ 5 BUrlG Teilurlaub
(1) Anspruch auf ein Zwölftel des Jahresurlaubs für jeden vollen Monat des Bestehens des Arbeitsverhältnisses hat der Arbeitnehmer
a) für Zeiten eines Kalenderjahrs, für die er wegen Nichterfüllung der Wartezeit in diesem Kalenderjahr keinen vollen Urlaubsanspruch erwirbt;
b) wenn er vor erfüllter Wartezeit aus dem Arbeitsverhältnis ausscheidet;
c) wenn er nach erfüllter Wartezeit in der ersten Hälfte eines Kalenderjahrs aus dem Arbeitsverhältnis ausscheidet.
(2) Bruchteile von Urlaubstagen, die mindestens einen halben Tag ergeben, sind auf volle Urlaubstage aufzurunden.
(3) Hat der Arbeitnehmer im Falle des Absatzes 1 Buchstabe c bereits Urlaub über den ihm zustehenden Umfang hinaus erhalten, so kann das dafür gezahlte Urlaubsentgelt nicht zurückgefordert werden.