WhatsApp Kommunikation ist nicht vertraulich. Auch die Beleidigung/Verbreitung unwahrer Behauptungen in einem WhatsApp Zweier-Chat können den Arbeitgeber zu einer außerordentlichen fristlosen Kündigung berechtigen.

In einer Entscheidung des LAG Baden-Württemberg hatte eine Arbeitnehmerin an eine Kollegin geschrieben, dass der Arbeitgeber ein “verurteilter Vergewaltiger” sei. Diese Nachricht hat der Empfänger an den Geschäftsführer weitergeleitet. Daraufhin wurde außerordentlich fristlos gekündigt. Wird der Arbeitgeber grob beleidigt, so dass dies nach Form und Inhalt eine erhebliche Ehrverletzung für den Betroffenen bedeutet, kann eine außerordentliche fristlose Kündigung gerechtfertigt sein (vgl. BAG, Urteil vom 10.12.2009, Az 2 AZR 334/08). Das gilt insbesondere wenn die Erklärungen den strafrechtlichen Tatbestand der üblen Nachrede erfüllen.

Neu ist in dieser Entscheidung, dass das Verbreiten einer solchen üblen Nachrede auch in einem Zweier-Chat einer WhatsApp-Kommunikation gesehen werden kann. Für die Beurteilung kommt es immer auf die Interessenabwägung im Rahmen  des § 626 BGB an, ob die Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses unter Berücksichtigung der gegenseitigen Interessen zumutbar fortgesetzt werden kann.

Sönke Höft
Fachanwalt für Arbeitsrecht

Relevante Entscheidung: LAG Baden-Württemberg, Urteil vom 14.03.2019, Az 17 SA 52/18