Eine Krankschreibung per WhatsApp ist nicht möglich. Das gilt auch bei einfachen Erkrankungen wie Erkältung. Das Landgericht Hamburg hatte sich mit dieser Frage beschäftigt, weil ein Unternehmen solchen Service anbieten wollte. Das LG Hamburg ist jedoch der Auffassung, dass es gegen die ärztliche Sorgfalt verstößt, ohne unmittelbaren persönlichen Eindruck die Arbeitsunfähigkeit zu bescheinigen. Denn die für die Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit wichtige Beurteilung der Erkrankung kann durch Ferndiagnose (per WhatsApp) nicht erfolgen. Dabei kommt es auf die Schwere der Erkrankung nicht an. Auch die Tatsache, dass in einigen Arztpraxen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen auch ohne die erforderliche ärztliche Sorgfalt ausgestellt werden rechtfertigt nicht, dies hier per WhatsApp zuzulassen.

Sönke Höft
Fachanwalt für Arbeitsrecht

betreffendes Urteil: LG Hamburg 03.09.2019 406 HK O 56/19