Mit dem Corona-Gesetz hat der Gesetzgeber die Formanforderungen an GmbH-Gesellschafterbeschlüsse vereinfacht,
damit Gesellschafter in Einhaltung der Kontaktsperre dennoch Gesellschafterbeschlüsse fassen können. Dafür wurde § 48 Abs. 2 GmbHG geändert. Eigentlich dürfen Gesellschafterbeschlüsse in Textform oder Schriftform nur dann gefasst werden, wenn alle Gesellschafter damit einverstanden sind.
Das wurde geändert.
Jetzt dürfen die Beschlüsse der Gesellschafter in Textform oder durch schriftliche Abgabe der Stimme auch ohne Einverständnis sämtlicher Gesellschafter gefasst werden.

Diese Regelung gilt vom 28.03.2020 bis 31.12.2021. Sie tritt dann automatisch außer Kraft.

Sönke Höft
Fachanwalt für Handels- und Gesellschaftsrecht

 

betreffende Norm:

§ 48  GmbHG: Gesellschafterversammlung
(1) Die Beschlüsse der Gesellschafter werden in Versammlungen gefaßt.
(2) Der Abhaltung einer Versammlung bedarf es nicht, wenn sämtliche Gesellschafter in Textform mit der zu treffenden Bestimmung oder mit der schriftlichen Abgabe der Stimmen sich einverstanden erklären.
(3) Befinden sich alle Geschäftsanteile der Gesellschaft in der Hand eines Gesellschafters oder daneben in der Hand der Gesellschaft, so hat er unverzüglich nach der Beschlußfassung eine Niederschrift aufzunehmen und zu unterschreiben.