Muss der Arbeitgeber während der Quarantäne nach Urlaub im Risikogebiet Entgeltfortzahlung leisten?
Für viele Arbeitgeber stellt sich in dieser Zeit nach der Urlaubsrückkehr genau diese Frage. Es gibt 2 unterschiedliche Fallgestaltungen:

  1. Nachträgliches Risikogebiet
    War der Urlaubsort bei Abreise des Arbeitnehmers noch ohne Warnung versehen, also kein Corona-Risikogebiet, und wurde er erst während des Urlaubs zum Corona-Risikogebiet erklärt, müssen die Arbeitnehmer nach ihrer Rückkehr dennoch in Quarantäne. Für diese Zeit muss der Arbeitgeber Entgeltfortzahlung leisten. Grund ist, dass den Arbeitnehmer hierfür kein Verschulden trifft und er deshalb an der Arbeitsleistung gehindert ist. Der Arbeitgeber hat nach § 56 Infektionsschutzgesetz einen Erstattungsanspruch gegen die Gesundheitsbehörde auf Erstattung der Entgeltfortzahlung.
  2. Corona-Risikogebiet
    Fährt der Arbeitnehmer bewusst in ein Corona-Risikogebiet, ist der Urlaubsort also bei der Abreise schon mit einer Reisewarnung als Corona-Risikogebiet belegt, dann hat der Arbeitnehmer die nachträgliche Quarantäne selbst verschuldet. Der Arbeitgeber ist nicht verpflichtet, das Gehalt weiter zu bezahlen.

Wenn der Arbeitnehmer seine Arbeit während der Quarantänezeit im Homeoffice erledigen kann, kann er seine Arbeitsleistung so anbieten und hat dann auch Anspruch auch Lohnfortzahlung.

Besonderheiten im Einzelfall
Diese Grundregeln müssen nicht für alle Arbeitsverhältnisse gelten. Die Besonderheiten im Arbeitsverhältnis müssen überprüft werden. Insbesondere die Regeln im Arbeitsvertrag zu Entgeltfortzahlung, Arbeitsausfall und Homeoffice.

Diese Rechtslage gilt bis Mitte September.

Sönke Höft
Fachanwalt für Arbeitsrecht