Bei einer reinen Prozessbeschäftigung gibt es keine Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall.

Hat das Arbeitsgericht in einem Kündigungsschutzprozess den Weiterbeschäftigungsanspruch des Arbeitnehmers zunächst stattgegeben, muss der Arbeitnehmer weiterbeschäftigt werden. Dann handelt es sich um ein Prozessbeschäftigungsverhältnis. Das ist ein Beschäftigungsverhältnis ohne vereinbartes Arbeitsverhältnis. In dieser Konstellation gelten die üblichen Ansprüche, die den Bestand eines Arbeitsverhältnisses voraussetzen nicht.

Dazu zählt auch der Anspruch auf Entgeltfortzahlung bei Krankheit:

Wird der Arbeitnehmer im Rahmen des Arbeitsverhältnisses arbeitsunfähig krank, erhält er keine Entgeltfortzahlung vom Arbeitgeber. Der Arbeitnehmer wird nur für tatsächlich geleistete Arbeit vergütet.

Rechtsanwalt Sönke Höft
Fachanwalt für Arbeitsrecht

Referierte Entscheidung BAG Urteil vom 27.05.2020 Az. 5 AZR 247/19