Arbeitnehmer müssen eine Maske tragen, wenn der Arbeitgeber das anordnet.
Das gilt auch, wenn ein (einfaches) Attest auf Befreiung von der Maskenpflicht vorgelegt wird.

So hat es das Arbeitsgericht Siegburg im Dezember 2020 entschieden. In dem entschiedenen Fall sollten alle Besucher und Beschäftigten des Rathauses eine Mund-Nase-Bedeckung tragen. Ein Arbeitnehmer legte zwar Atteste vor, die ihn vom Tragen einer Maske und eines Gesichtsvisires befreien sollten. Diese Atteste hatten keine Begründung.

Das Arbeitsgericht stellte den Infektionsschutz aller Mitarbeiter und Besucher über des Interesse des Arbeitnehmers, ohne Maske und Gesichtsvisier arbeiten zu wollen. Es äußerte auch Zweifel an der Richtigkeit der begründungsfreien Atteste.

Sönke Höft
Fachanwalt für Arbeitsrecht

Korrespondierende Entscheidung: Arbeitsgericht Siegburg Urteil vom 16.12.2020 Az. 4 GA 18/20